Symposium: Demokratienähe und -distanz im Zeitalter der Verunsicherung

Am 29. Juni 2018 fand im Freizeitforum Marzahn das Symposium „Demokratienähe und -distanz im Zeitalter der Verunsicherung. Neue Wege zu einer demokratischen Gemeinwesenkultur (in Ostdeutschland)“ statt.
Das Symposium und die abendliche Podiumsdiskussion stellten den offiziellen Auftakt für das
Projekt "Demokratieferne Auffassungen in einer Kommune als Herausforderung für sozialräumliche Demokratieentwicklung" dar. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in der Förderlinie "Zusammenhalt stärken in Zeiten von Krisen und Umbrüchen" finanzierte Drittmittelprojekt setzt sich mit der sozialräumlichen Demokratieentwicklung und politischen Partizipation im Bezirk Marzahn-Hellersdorf (MaHe) auseinander.
Die Besonderheit des Projektes liegt in der Verknüpfung von wissenschaftlicher Forschung und praktischer Umsetzung. Daher war es die Idee des Symposiums, Expert_innen aus Politik und Verwaltung des Bezirks (u.a. unsere Kooperationspartner:
Integrationsbeauftragter Marzahn-Hellersdorf, Polis*) mit Wissenschaftler_innen für Demokratieentwicklung, Engagement- und Partizipationsforschung und Bildungsforschung zusammenzubringen.
Das Wissen und die Erfahrungen unserer Kolleg_innen sollte dazu genutzt werden, gemeinsam unsere bisherigen Erkenntnisse zu reflektieren und neue Impulse für unseren Prozess der sozialräumlichen Demokratieentwicklung in Marzahn-Hellersdorf zu gewinnen.
Im ersten Teil des Symposiums wurde näher auf theoretische
und empirische Erkenntnisse eingegangen. Neben unserem eigenen Projekt stellten dabei unsere ebenfalls BMBF-geförderten Kolleg_innen vom WZB Berlin, der Universität Bremen, Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Georg-August-Universität Göttingen die Forschungsfragen, gesellschaftlichen Hintergründe und ersten Eindrücke ihrer Projekte vor.

Mehr Informationen zu den Projekten:

Nach der Mittagspause wurden dann gemeinsam Anwendungsfälle und Praxisfragen diskutiert.

Konkrete Anregungen und Vorschläge für unser Projekt waren u.a.:

  • Projekte in Kitas und Schulen durchführen
  • Auch funktionierende Beispiele untersuchen (und auf Übertragungsmöglichkeiten hin prüfen) Warum funktionieren gewisse soziale Orte?
  • Selbstwirksamkeitserfahrung als Grundvoraussetzung für Beteiligung („demokratisches Erweckungserlebnis“
  • subjektive gefühlte Marginalisierung beachten
  • Demokratisch legitimierte Akteure leiden unter Vertrauensverlust
  • Populismus als Ursache oder Auswirkung der Krise?
  • Bisher: individualistische Betrachtungsweise, aber auch Zusammenhalt von Gruppen, wie können Gruppen Stimmung rumreißen? (Zivilgesellschaft)
  • Zivilgesellschaft kann auch exkludierend wirken und Populismus auch verbinden
  • neue Alltagskultur, die Politik in den Mittelpunkt nimmt
  • Verfahren müssen so gestaltet sein, dass auch wirklich Umsetzung erfolgt
  • Verbesserung der sozialen Realität erzielen. Welche Form von Demokratie brauchen wir in MaHe (als Ergänzung zur repräsentativen Demokratie)
  • Verfahren müssen so gestaltet sein, dass alle reden können (Umfang und Setting der Verfahren)
  • soziale Frage mitdenken: Wie steht Demokratie zu Verteilungsfragen à braucht die Unterstützung der lokalen Politik und Verwaltung
  • Arbeit neu zu denken, auch um Zeit für Beteiligung zu haben
  • Befragte sollen nicht als Forschungsobjekte sondern Subjekte betrachtet werden und Interviews/Ergebnisse mit ihnen besprochen werden, da hier Potential für Empowerment liegt.

Unser Dank gilt der Jugendfreizeiteinrichtung Fair für die nette und hilfreiche Unterstützung vor Ort (Link), der Faktura gGmbH für das tolle Catering, der Degewo AG, die uns mit der Besichtigung des Degewo-Skywalks im Anschluss an das Symposium einen besonderen Höhepunkt des Veranstaltungstages ermöglichte und natürlich allen Teilnehmer_innen des Symposiums.

 

Teilnehmer_innen:

Dr. habil. Ewa Bacia (TU Berlin)

Dr. Thomas Bryant (Integrationsbeauftragter Marzahn-Hellersdorf (MaHe)

Dr. Peter Bescherer (Uni Jena)

Prof. Dr. Hans-Luidger Dienel (TU Berlin)

Dr. Robert Feustel (Uni Jena)

Dr. Heiko Giebler (WZB)

Dr. Philipp Gies (Uni Bremen)

Ljubica Nicolic (Uni Göttingen)

Elisabeth Peters (Koordinatorin Polis* - Marzahn-Hellersdorf)

Dominik Schlotter (Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)

Prof Dr. Heike Walk (HNE Eberswalde)

Prof. Dr. Heinz Stapf-Finé (ASH Berlin)

Prof. Dr. Michael Brodowski (ASH Berlin)

Lars Conrad (ASH Berlin)

Sven Gramstadt (ASH Berlin)

Raiko Hannemann (ASH Berlin)

Anna Kramer (ASH Berlin)

Andrea Metzner (ASH Berlin)

 


Podiumsdiskussion "Zusammenhalt stärken in Marzahn-Hellersdorf"

Zusammenhalt stärken in Marzahn-Hellersdorf

Über den Zusammenhalt in der Kommune Marzahn-Hellersdorf, über Demokratieentwicklung und über politische Teilhabe im Zeitalter der Verunsicherung diskutierte unser Team am 29. Juni 2018 im Freizeitforum Marzahn mit Vertreter_innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.

 

Im Anschluss an die Diskussion der Podiumsteilnehmer_innen (Prof. Dr. Heinz Stapf-Finé, Petra Pau, Wolfram Hülsemann, Dr. Susanna Kahlefeld und Thomas Gill) gab es ausführlich Raum für die interessierten Bürger_innen, ihre Fragen und Anliegen zur Zukunft des Bezirks und der Stadt in die Diskussion einzubringen.

Wir bedanken uns bei allen Bürger_innen und Teilnehmer_innen des Podiums für den spannenden Abend und die sehr professionelle Moderation von Petra Schwarz.

 

Download
Flyer zur Podiumsdiskussion "Zusammenhalt stärken"
ASH_Karte_ZS_Quad_WEB (3).pdf
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